Square Gendering?

Written by on 7. April 2019


Commitee zur Inklusion der Gender-Frage (ATER) fordert Vereinheitlichung der Definitionsformulierung

english version below

Square- sowie Round-Dancer sind von Natur aus tolerant; gerade im Bereich der klassischen Geschlechterverteilung bei der Ausübung des gemeinsamen Hobbies ist eine Dame schnell einmal ein „boy“, sofern es der hilfesuchende Square auf der Tanzfläche erfordert. Warum auch nicht: die Definitionen sind klar, und gerade sehr versierte Tänzerinnen und Tänzer haben mitunter auch viel Freude daran, den sogenannten „anderen Part“ zu tanzen. Doch diese bestehende Mentalität ist für eine Gruppe aus Oklahoma nicht genug. Zwar sei es „sehr löblich und auch vorbildlich, wie wenig sich die Tänzerinnen und Tänzer auf der Welt an klassische Rollenverteilung klammern, jedoch muss auch der letzte Schritt gegangen werden, als logische Konsequenz einer weltweiten Mentalität“, so Chairwoman Olivia Todd. Es sei „letztendlich trotzdem diskriminierend, wenn Callerladies und Caller ihre Calls weiterhin auf „boy“ und „girl“ reduzieren. „Wir fordern die Integration des dritten Geschlechts und die Anpassung des Sprachgebrauchs unserer Leaderladies und Leader“, so tönt es auch dem mittlerweile über 75 Mitglieder starkem Commitee. Ein „entsprechender Antrag“ sei in der vergangenen Woche dem „Executive Committee des Callerlab“ vorgelegt worden, so wird aus Kreisen der europäischen Dachverbände berichtet. 


In einem 172-seitigen Papier listen die Mitgliederinnen und Mitglieder des Commitees „Alliance for Tolerance and Equal Rights“, kurz ATER, sämtliche Formulierungen aus den offiziellen Definitonsdokumenten auf, die aus „Sicht der Gleichberechtigung und Toleranz veraltet und nicht zeitgemäß“ seien. Um eine Jahre lang andauernde Diskussion über die zukünftig möglichen Formulierungen zu vermeiden, beinhalte der Antrag für fast alle bemängelten Ausdrücke und Floskeln eine Ersatzformulierung. So sei es „keine Schwierigkeit das sogenannte „Dancer Naming“ (Anm. der Red.: boys, girls, ends, centers, etc….) in Hinblick auf Neutralität umzuformulieren“, so Todd. Nach dem Willen ATER würde also aus „boy, boys“ bald „couple left ones“ und an Stelle von „girl, girls“ sei „couple right ones“ das optimale Dancer Naming. Letztendlich sei die „Anpassung der Bezeichnungen und die Umbenennung der Figuren nur eine reine Formsache. Schließlich würde keine Dame, die an der Position des couple left ones stünde, die Umsetzung der Figur verweigern, nur weil sie eben eine Dame ist und kein „boy“. 
„Administrativ wäre das Umformulieren der Definitionen womöglich in der Tat kein Hexenwerk“, so Paddy Greene, Vorsitzende des Executive Commitee des Callerlab, „allerdings ist die Verständlichkeit der Texte zum einen, aber vor allem die Verständlichkeit der Calls und Cues der Leader zum anderen mehr als fraglich.“ So entstünde aus einem „All four ladies chain“ ein „All four couple right ones chain“ und aus einem „boy run right“ ein „couple left ones run right“. Die Verwendung beider Richtungsbezeichnungen „right, left“ in einem Call sei zu verwirrend als dass es dem Sinn der Calls zuträglich wäre, so erläutert Greene weiter. Das Dokument geht in seinen Vorschlägen jedoch viel weiter, schließlich sei es mit der lediglichen Umformulierung der bisher gültigen Genderbezeichnungen allein nicht getan. Insbesondere Caller werden in ihrer gängigen Verwendung von Floskeln stark kritisiert. „boys run around your girl“, oder „girls swing your boy at home“. Unabhängig der besitzanzeigenden Formulierung von „your“ würde das Dancer Naming zukünftig durch neutrale Formulierung sämtliche Konstellationen der Zugehörigkeit im Einzelnen und Identifikation im Allgemeinen zulassen. So soll „boys run right around your girl“ durch „couple left ones run right around your couple right one“ ersetzt sein, oder im „As Couples Concept“ aus dem Advanced soll aus „As Couples the boys run right around the girls“ ein „as couples the couple left ones run right around the couple right ones“. 

Dem im Advanced gängigen Dancer Naming „belle“ and „beaux“ wird im Antrag des ATER im Übrigen ebenso wenig Zukunftsfähigkeit attestiert, wie den bisherigen „boys, girls, ladies and gents“. Todd argumentiert hier, dass dieses Naming seit eh und je schon zu Verwirrungen geführt habe. Schließlich würde beide Wortbedeutungen „hübsch/schön“ das gleiche ausdrücken, aber nicht dasselbe meinen. Abgesehen davon, dass das Wort „beaux“ im englischen Sprachgebrauch unbekannt ist und lediglich aus dem französischen adaptiert sei, wäre die Bezeichnung „couple right/left ones“ weniger irreführend. „Es gibt schließlich auch Menschen, die sich nicht hübsch fühlen“, so Olivia Todd. 

Sollte Callerlab ernsthaft in Erwägung ziehen, den Forderungen des ATER nachzukommen, so ist der Gleichberechtigung zwar genüge getan, doch scheint es, als ob ATER nicht bedenkt, dass das Erlernen des Square-/ Round Dances auch in Heimatsprachen komplizierterer Grammatik erfolgen muss. So wäre die Vereinheitlichung der Geschlechter nicht nur in der Slovakei oder im deutschsprachigen Raum ein Problem. Die Benelux-Staaten, ebenso Frankreich, aber auch im Norden Europas wäre Definitionsumformulierung schlichtweg ein Desaster. Bisher könnte das Teaching von „all four ladies chain“ folgendermaßen erfolgen: „Die Damen bilden einen rechtshändigen Stern, drehen diesen um 180 Grad, lassen sich los, um vom ursprünglich gegenüberstehenden Herren in einer dreiviertel „Courtesy Turn“- Bewegung aus der Square-Mitte herausgeführt zu werden.“ Zukünftig müsste die konsequente deutsche Erklärung des „Ladies Chain“ beispielsweise so klingen: Die im Paar rechtsseitigen Tänzerinnen und Tänzer bilden einen rechtshändigen Stern, drehen diesen um 180 Grad, lassen sich los um vom ursprünglich im Paar Linksstehende(n) Tänzer und Tänzerin in einer dreiviertel „Courtey Turn“-Bewegung aus der Square-Mitte herausgenommen zu werden.“

Noch deutlicher wird die Problematik – und das ebenso im englischen wie im deutschen Sprachgebrauch – mit folgender Gegenüberstellung am Beispiel „Wheel Around“. Bisher könnte ein(e) Callerlady/Caller die entsprechende Erklärung so formulieren: „Die im Paar rechts Stehenden gehen in einem 180 Grad Bogen vorwärts, die links stehenden Tänzer gehen zeitgleich im 180 Grad-Bogen rückwärts. Das Paar lässt sich dabei nicht los.“ Zukünftig müsste es folgerichtig heißen: „Die im Paar rechtsseitig Stehenden unabhängig ob sie im Paar Rechtsseitige oder linksseitige Tänzerinnen und Tänzer sind, gehen 180 Grad vorwärts, die links stehenden Tänzerinnen und Tänzer, unabhängig davon ob sie im Paar Rechtsseitige oder linksseitige Tänzerinnen und Tänzer sind, gehen zeitgleich rückwärts. Das Paar lässt sich dabei nicht los“. Auch einfache Dancer Namings wie „the girls in the center“ (als Beispiel an einer „Double Pass Thru“ Formation erläutert) würden an Eindeutigkeit verlieren, wenn es nach dem Willen der ATER geht: „the true couple right ones in the center“. Dies allein mag noch verständlich sein, aber geht man davon aus, dass die Leader und Leaderladies nach Geschlechtern sortiert als Paar neben einander stehen und soll dort die rechts stehende Tänzerin oder der rechts stehende Tänzer in der Rolle der rechtsstehenden Tänzerin (oder des rechtsstehenden Tänzers in seiner rolle als Rechtsseitiger) bewegt werden, ist die Verwirrung nicht nur im Deutschen oder Slowakischen riesig.

Nehmen wir an, die Ladies stünden in dieser soeben erwähnten Double Pass Thru Formation als Leader-Couple vor den Herren-Couples, und man würde nun nur die Ladies (Centers) ansprechen wollen um beispielsweise ein Cross zu erklären, ergäbe sich folgende Problematik: „the true couple right ones are in the center, the true couple left ones are behind“. Soweit, so gut, nun zur „Cross“ Erläuterung in diesem Beispiel: „the centers, the true couple right ones, find your right one in the couple. Those couple right ones in the center on the couples‘ right side, on the diagonal right pull by. Finishes in a right hand mini wave.“ Noch spannender wird es dann, wenn der Caller möchte, dass ein bestimmtes couple right one rechts herum ein „run“ tanzen möge: „the outfacing couple right one run right around the infacing couple right one“. Stellen wir uns weiteren Verlauf vor: „the couple right ones in the couple of true couple right ones half sashay, and the couple right ones of the true couple left ones start reverse half sashay.“ Gesteigert wäre die gleiche Figuren Choreographie wenn die Herren einmal die Leader wären:
„the centers, the true couple left ones, find your right one in the couple. The true couple right ones are behind. Those couple right ones in the center of couple of couple left ones on the diagonal right pull by, then the outfacing couple left ones of the mini-wave of true couple left ones run right around the infacing true couple left one facing in. In the couple of true couple left ones (centers) half sashay, the couple right one of the couples of true couple right ones start reverse half sashay“. Achso.

Wir wollen für das Fortbestehen des Hobbies Square-/ und Round-Dance nur hoffen, dass der sogenannte Gender-Wahnsinn vor den Tanzflächen seinen Wahnsinn ablegt und in gewohntem Dancer-Naming diesen kleinen Aprilscherz ebenso genießt, wie diejenigen, die seit Jahrzehnten auch ohne entsprechende Regelungen gemeinsam Spaß haben. Egal ob als Girl on Boyposition oder als boytanzendes Girl on Girlposition.

*tb

#gender#genderwahnsinn#gendern#genderrevolition#squaredance#squaredancedefinitions #squaregendering

Committee for inclusion of the gender question (ATER) calls for unification of the definition formulations.

(Annotation: This article was written to „send the german square- and round dancers (so called) into the month of april. This is an european tradition and in parts of north-amerika as well. It is explainable this way: if you would like to josh someone, you tell him a (funny but) not true story. Mostly it is solved with the call „april, april“, some minutes after watching the one you would like to josh reacting to this story)

Square and round dancer are tolerant of nature; especially in the field of gender-behavior. In the exercise of our common hobbies, a lady is quickly a „boy“, if the square on the dance floor this requires. Why not: the definitions are clear, and currently very experienced dancers and dancers sometimes also have a lot of joy to dance the so-called „other part“. But this existing mentality is not enough for a group from Oklahoma. Although it is „very commendable and also exemplary how little the dancers and dancers in the world cling to classic roles, however, the last step has to be taken, as a logical consequence of a worldwide mentality“, this is how Olivia Todd, Chairwoman of the Commitee sais. It’s “ finally discriminatory “ when caller-ladies and caller continue to reduce their calls to “ boy “ and “ girl „. We demand the integration of the third gender and the adaptation of the used laguage of our leader ladies and leader“, this is how it is hearable of each of the 75 members . A “ corresponding application “ has been presented to the “ Executive Committee of the callerlab “ last week, so it is reported from circles of the european umbrella organizations, like ECTA; EAASDC, BAASDC a.s.o.
In a 172-paged paper, the members of the commitee „alliance for tolerance and equal rights “ listed, all the wordings from the official definition documents, which are from “ view of equality and tolerance outdated and not contemporary „. In order to avoid a long-lasting discussion on the future possible formulations, the application for almost all had expressions and formulae includes a replacement formulation. So it is “ no difficulty to switch the so-called “ dancer naming “ (note auf squareardio.fm: boys, girls, ends, centers, etc….) in terms of neutrality „, so Todd. After her will, “ boy, boys “ will soon be “ couple left ones “ and “ girl, girls “ is “ couple right ones „. Finally, the “ adaptation of the designations and the renaming of the figures is only a mere formality. After all, no lady, who would be at the position of the „couple right one“, would refuse the implementation of the figure, just because she is just a lady and not a „boy“.
“ Administratively, the rephrase of the definitions might not be a witchcraft „, says Paddy Greene, chair(wo)man of the executive committee of the callerlab, “ however, the interpretation of the texts is one, but above all the comprehensibility of the calls and cues of the leader will be more than questionable.This is how a “ all four ladies chain “ becomes an “ all four couple right ones chain “ and from a “ boy run right “ a „couple left ones run right“, the use of both locations „right“ , „left“ in a call would be too confusing than it would be beneficial to the sense of the call“, this is how Greene continues to explain. However, the document goes much further in its proposals, after all, it was not done alone with each of the gender designations that have been valid so far. In particular, callers are strongly criticised in their common use of formulae. „Boys run around your girl“, or „girls swing your boy at home“, regardless of the possession of „your“, the dancer naming would allow all constellations of affiliation in individual, and identification in general by neutral wording. This is how „boys run right around your girl“ is supposed to be replaced by „‚the couple left ones run right around your couple right one“, or in the „as couples concept“ based in the advanced program, should the call switch from „as couples the boys run right around the girls“ to „as couples the couple left ones run right around the couple right ones“.

In the advanced common dancer naming „belle“ and „beaux“ in the application of the ATER, there is also as little sustainability as the previous “ boys, girls, ladies and girls „. Todd argues here, that this naming since ever have already led to confusion. Finally, both meanings „pretty / beautiful“ would express the same, but don’t mean the same. Apart from the fact that the word “ beaux “ is unknown in english language and is only adapted from the french language, the name „couple right / left ones“ would be less misleading. „there are also people who don’t feel pretty“, so Olivia Todd.

Should Callerlab seriously consider complying with the demands of the ATER, equality is sufficient, but it seems as if ATER does not consider that learning the square -/ round dances must also be done in languages having more complicated grammar. This is how the unifying of the sexes would be a problem not only in the slovakia or in the german-speaking area. The Benelux States, as well as France, but also in the north of Europe, would simply be a disaster. So far, the teaching of „all four ladies chain“ could be done as follows: „the ladies form a right handed star, turn this by 180 degrees, get rid and gent turns her by a three-quarter courtesy turn movement to become the static square again.“ In future, the consistent german explanation of the „ladies chain“ would have to sound like this (translated for the english languaged reader): the couples right one dancers and dancerladies form a right handed star, turn this by 180 degrees, get rid and is going to be turned in a three quarter courtesy turn movement of the oppostie true couple left one to biuld a static square again.“ Even more clearly the problem – and that in english as well as in german language – will be taken with the following juxtaposition a the example „wheel around“. So far, a caller-lady / caller could formulate the corresponding explanation: „the right ones in the couple are moving in a 180 degree bow, the left dancers go at the same time in 180 degrees-bow backwards. The couple don’t get rid of.“ In future, it would have to be logical: „the right one in the couple, regardless of whether they are a couple right one or a couple left one dancers or dancer-lady, go 180 degrees forward, the couple left one dancers or dancer-lady, independent whether you are in the couple right one or couple left one dancer or dancer-lady, go backwards at the same time. The couple don’t get rid of it“. Even simple dancer namings like „the girls in the center“ (as example on a „double pass thru“ formation) would lose clarity if it goes according to the will of the ATER: „the true couple right ones in the center“. This alone may be understandable, but it is believed that the leader and leader ladies are sorted by gender as a couple next to each other and should be the couple right one dancer or dancer-lady in the role of the right one dancer/dancer-lady (or the couple right one dancer (or dancer-lady) in his/her role as the couple right one on the right side), the confusion is not only in german or slovak language huge. Let’s say, the ladies were in this just mentioned double pass formation as leader-couple in front of the men’s couples (couple left one couple), and you would now want to address only the ladies (the couple right ones) (in the center) to explain a „cross“ for example, the following problem would exist: „the true couple right ones are in the center, the true couple left ones are behind“. so far, so good, now to the „cross“ explanation in this example: „the center, the true couple right ones, find your right one in the couple. Those couple right ones in the center on the couples‘ right side, on the diagonal right pull by. Finishes in a right hand mini wave.“ It will be even more exciting when the caller wants a certain couple right one to dance a „run“ around the couple right one beside him/her on the right: „the out facing couple right one run right around the infacing couple right one „. Let’s introduce ourselves to another course: „the couple right ones in the couple of true couple right one half sashay, and the couple right ones of the true couple left one, reverse half sashay.“ The same would be the same choreography if gentlemen were the leader/leader-ladies on the leader-gent-position:
„the centers, the true couple left ones, find your right one in the couple. The true couple right ones are behind. Those couple right ones in the center of couple of couple left ones on the diagonal right pull by, then the outfacing couple left ones of the mini-wave of true couple left ones run right around the infacing true couple left one facing in. In the couple of true couple left ones (centers) half sashay, the couple right one of the couples of true couple right ones start reverse half sashay“. Clear so far? 

In the name of the survival of the hobby square-/ and round-dance, we hope that the so-called „gender madness“ will stop in front of the dancefloors and that you all in your customary dancer-naming enjoy this little aprilfool-article as well as those who have fun together, without any corresponding regulations like this – whether as a girl on boy position or as a boy dancing girl on girl position.

*tb


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